zu Trinitatis

Ein Impuls von Pfarrerin Ulrike Menzel

Tri… – was? Ich kenn´ nur Triangel!

Sie tönt strahlend, schrill oder fröhlich.

Ja, der heutige Sonntag hat es schwer,
hat er doch schon gleich einen komplizierten Namen:
Tri - nitatis. Das hört sich gelehrt und unverständlich an.
Tri, das weiß man irgendwie, hat mit der Zahl drei zu tun.
Der Tri - athlon ist ein Ausdauersport mit drei Disziplinen.
Die Tri - agel ist ein dreieckiges Schlaginstrument,
das mal strahlend, mal schrill und mal fröhlich in Musikstücken ertönt.
Und Tri - nitatis, der heutige Sonntag, erinnert an die Drei - Einigkeit Gottes.
Gott ist einer und doch drei. Er ist Vater, Sohn und Geist.
Vielleicht könnten wir es auch so sagen:
Gott ist einer,
aber es kommt mal die eine und mal eine andere Seite Gottes zum Klingen.

Die strahlende Botschaft,

wie die eines höchsten edlen Tons in der Musik:
Gott ist der Höchste, der Schöpfer.
Alles Leben wird wertvoll und strahlend, weil es von ihm so gewollt ist wie es ist,
in all seiner Unterschiedlichkeit und Vielseitigkeit.
Ja, jedes Leben ist wertvoll. Jede und jeder ist Gottes Kind.
Und es schmerzt bis ins Unerträgliche, wenn Leben nicht als wertvoll erachtet,
sondern verletzt, mit Füßen getreten, gedemütigt oder verkauft wird,
wenn nicht Gott als der Höchste angesehen wird,
sondern Menschen sich über andere Menschen stellen,
weil diese kleiner oder schwächer sind,
weil diese anders aussehen,
weil diese als Objekt angesehen werden.
Die Schuld, dass Menschenleben missachtet und getötet werden, wiegt schwer.

Die schrille Botschaft,

die durch Mark und Bein geht und in den Ohren wehtut:
Gott stirbt im Menschen Jesus einen qualvollen Tod. Ein Aufschrei: Warum?
Und es wächst der Schrei nach Versöhnung und Liebe, der Schrei nach Leben und Würde,
der Schrei nach Überwindung all der Qualen und all der Schuld, die Menschen anderen antun.

Die frohe Botschaft:

Gott probt den Aufstand und steht auf für das Leben,
steht in ein neues Leben auf und ein Geist der Freiheit und Hoffnung bricht sich Bahn.
Gott ist auch dieser Geist,
einer, der Gerechtigkeit liebt, Versöhnung stiftet
und Menschen in Bewegung bringt.

Gott vermag also viel.
Er vermag es Leben, Gnade Versöhnung und einen Neustart zu schenken.
Er vermag es, zu leiden und mitzufühlen, ja mit zu sterben.
Er vermag es geistvoll und kraftvoll die Welt wachzurütteln.

Gott ist also nicht nur so oder so.
Er ist auch nicht nur der Gott oder die Geistkraft oder das Göttliche,
ist nicht der oder die oder das, ist alles in einem,
wie übrigens auch die Triangel
der Triangel, die Triangel und das Triangel heißen kann.

Ulrike Menzel

Heilig, heilig, heilig
ist der HERR Zebaoth,
alle Lande sind seiner Ehre voll!

Jesaja 6,1

Heilig bist du, Gott,
und unsichtbar,
heilig bist du, Gott,
und unfassbar,
heilig bist du, Gott,
und mitten unter uns!

(aus: Neue Praxishilfe Gottesdienstliturgie 2, S.12)

Kirchenfenster in Lüttich, Bild aus: https://www.ekd.de/Trinitatis-10830.htm

Einladung zum Gebet

Herr, lebendiger Gott,
öffne unsere Herzen und weite unsere Sinne,
so dass deine Liebe
und dein lebendig machender Geist
in uns einziehen können,
dass wir erfüllt werden von deiner Heiligkeit.
Lass uns nicht leichtfertig mit deiner Schöpfung umgehen,
sondern ehrfürchtig auf das sehen, was du uns anvertraust.
Lass uns nicht untergehen in Neid und Hass,
sondern stetig einen Teil
deiner endlosen Liebe weitertragen in die Welt.
Lass uns im Glauben an dich nicht verzagen,
sondern deinen heiligen Geist in uns wirken.
Amen.

(aus: Neue Praxishilfe Gottesdienstliturgie 2, S.10)

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