zum Pfingstfest

Ein Impuls von Pfarrerin Ulrike Menzel

Pfingsten, ja Pfingsten denke ich an den Geist.

Ist der so etwas wie ein gruseliges Gespenst?
Kinder sagen vom Geist von Pfingsten:
Der ist eher so etwas wie ein liebes Gespenst, das hilft. 

Pfingsten, ja Pfingsten bitte ich um den Geist, der hilft,

um geistliche Kraft, um Inspiration und Ideen,
darum, dass wir in der Kirche
wieder Feuer und Flamme werden - wie damals. 

Pfingsten, ja Pfingsten war die Geburtsstunde der Kirche.

Gottes Geist wehte kräftig und mächtig,
überwand Sprachgrenzen und erwärmte Herzen
und weckte so einen starken Glauben,
dass Tausende Eins wurden in Jesus Christus. 

Pfingsten, ja Pfingsten beten wir um Einheit

und staunen über die Menschen der ersten Gemeinde,
die einmütig beieinander sein und alles teilen wollten:
Hab und Gut und das Brot bei Tisch,
die Freude und das Leid. 

Pfingsten, ja Pfingsten hoffe ich auf eine Kirche,

die nicht zum Gruseln ist.
Ich hoffe auf eine Kirche im Aufwind,
die Grenzen und Rassismus,
Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit überwinden hilft,
aus ihrem Glauben an den Auferstandenen,
aus der großen Kraft des Geistes. 

Pfingsten, ja Pfingsten bitten wir um den göttlichen Geist,

der Seelen weitet, Zungen löst und Luft zum Atmen schenkt,
der hilft, der tröstet und befreit,der uns auf eine Wellenlinie bringt
und Hoffnung entfacht.

Gesegnete Pfingsten!

Ulrike Menzel

Apostelgeschichte 2, 1-4

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen,
wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt,
und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten;
auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt
und begannen, in fremden Sprachen zu reden,
wie es der Geist ihnen eingab.
 

Pfingstfenster aus der Kirche in Taizé, Frankreich

O Heil'ger Geist, kehr bei uns ein

1) O Heilger Geist, kehr bei uns ein / und laß uns deine Wohnung sein,
o komm du Herzens Sonne. Du Himmelslicht, laß deinen Schein
bei uns und in uns kräftig sein / zu steter Freud und Wonne.
Sonne, Wonne, / himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten
zu dir kommen wir getreten.

2) Du Quell, draus alle Weisheit fließt, / die sich in fromme Seelen gießt,
laß deinen Trost uns hören, / daß wir in Glaubenseinigekeit
auch können alle Christenheit / dein wahres Zeugnis lehre.
Höre, lehre, daß wir können / Herz und Sinnen dir ergeben,
dir zum Lob und uns zum Leben.

3) Steh uns stets bei mit deinem Rat / und führ uns selbst auf rechtem Pfad,
die wir den Weg nicht wissen. / Gib uns Beständigkeit,
daß wir getreu dir bleiben / für und für, auch wenn wir
leiden müssen. Schaue, baue, / was zerissen und beflissen,
dich zu schauen und au fdeinen Trost zu bauen.

EG 130
Melodie: Philipp Nicolai 1599, Text: Michael Schirmer, 1640

Was den Heiligen Geist betrifft (Apg 2)

Gott ist nicht leicht
Gott ist nicht schwer
Gott ist schwierig
Ist kompliziert und hochdifferenziert
Aber nicht schwer
Gott ist das Lachen nicht das Gelächter
Gott ist die Freude nicht die Schadenfreude
Das Vertrauen nicht das Misstrauen
Er gab uns den Sohn um uns zu ertragen
Und er schickt seit Jahrtausenden
Den Heiligen Geist in die Welt
Dass wir zuversichtlich sind
Dass wir uns freuen
Dass wir aufrecht gehen ohne Hochmut
Dass wir jedem die Hand reichen ohne Hintergedanken
Und im Namen Gottes Kinder sind
In allen Teilen der Welt
Eins und einig sind
Und Phantasten dem Herrn werden
Von zartem Gemüt
Von fassungsloser Großzügigkeit
Und von leichtem Geist.
Ich zum Beispiel möchte immer Virtuose sein
Was den Heiligen Geist betrifft
So wahr mir Gott helfe.

Aus: Hanns Dieter Hüsch/Uwe Seidel, 
„Ich stehe unter Gottes Schutz, Psalmen für Alletage“

in Anlehnung an Psalm 1

Glücklich die Kirche,
die nie aufhört zu fragen,
die nie aufhört zu suchen.

Glücklich die Kirche,
die sich selbst in Frage stellt,
die über sich selber lächeln kann.

Glücklich die Kirche,
die Freiheit verbreitet aus ihrem Glauben,
die Freude ausstrahlt aus ihrem Leben.

Glücklich die Kirche,
die den Menschen neue Zuversicht schenkt,
die den Frieden und die Gerechtigkeit in die Tat umsetzt.

Glücklich die Kirche,
die ein Ort der Menschlichkeit ist
in einer unmenschlichen Welt,
sie könnte selber Modell sein für eine gute Zukunft.
Glücklich die Menschen dieser Kirche,
sie brauchen keine Angst zu haben,
von Gott und den Menschen verlassen zu sein.

von Diethard Zils

Kanon aus der Kommunität von Taizé

Im Dunkel unserer Nacht
entzünde das Feuer,
das nie mehr erlischt,
das nie mehr erlischt.

https://www.youtube.com/watch?v=9bTWAMDUKss

Einladung zum Gebet

Gott aller Liebe, oft vergessen wir, dass in uns das Feuer des Heiligen Geistes brennt. Du aber kennst unser Menschsein, du weißt, dass wir vergesslich sind und manchmal nicht einmal an das Wesentliche denken. Und du lässt uns schlicht in deiner Gegenwart sein, in ganz einfacher Erwartung.

Frère Roger aus Taizé +
aus: In allem ein innerer Friede

zu Pfingsten: der letzte Komma-online-Kurzgottesdienst

Hier geht es direkt zum You-Tube-Kanal unserer Evangelischen Kirche in Bochum, über den Ihr alle Komma-Online-Kurzgottesdienste anschauen und abbonieren könnt.

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